In der chassidischen Satmarer-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetzte erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet - um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen.
Unorthodox liegt nun schon seit einer ganzen Weile auf meinem TbR Stapel, ohne dass ich erklären könnte warum eigentlich. Die Thematik rund um das Leben in einer Sekte ist für mich nicht zuletzt wegen meines eigenen familiären Hintergrunds faszinierend, sondern auch schon aus einer feministischen und sozialpolitischen Perspektive. Jedoch hatte ich mir nicht allzu viel von dem Buch versprochen und ehrlich gesagt hatte ich sogar damit gerechnet, dass Unorthodox eine eher trockene und langweilige Lektüre sein würde.
Ich hätte mit meinem anfänglichen Missmut nicht ferner liegen können. Feldman führt uns von frühsten Kindeserinnerungen bis zum Austritt durch ihr Leben und ihre Erfahrungen. Dies ermöglicht einem den Prozess ihrer Erkenntnisse Hautnah mit zu erleben.
Es ist erschreckend zu sehen, wie intensiv und zügellos bei Kindern die Gehirnwäsche eingesetzt wird, wobei die Anzeichen im frühen Kindesalter so subtil sind, dass Menschen ohne traumatischer Vergangenheit vermutlich gar nicht realisieren wie extrem die Maßnahmen eigentlich sind.
Auch mit welcher Doppelmoral Sexualverbrechen oder Regelverstöße gehändelt werden lassen einen empört aus der Wäsche schauen.
Es ist erschreckend zu sehen, wie intensiv und zügellos bei Kindern die Gehirnwäsche eingesetzt wird, wobei die Anzeichen im frühen Kindesalter so subtil sind, dass Menschen ohne traumatischer Vergangenheit vermutlich gar nicht realisieren wie extrem die Maßnahmen eigentlich sind.
Auch mit welcher Doppelmoral Sexualverbrechen oder Regelverstöße gehändelt werden lassen einen empört aus der Wäsche schauen.
Unorthodox ist ein unfassbar spannender Einblick in die Machenschaften und Manipulationen von Sekten. Ich würde es definitiv weiter empfehlen, kann aber schon mal vor Frustration warnen, sollte man sich die Thematik Feminismus und Missbrauch sehr zu Herzen nehmen
5/5
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